1.3 Die Kultur
- Agata Koch
- 10. Sept. 2017
- 3 Min. Lesezeit
hat hier richtig viel zu bieten. Das Zentrum der Stadt ist voller historischer Denkmäler. An dieser Stelle rate ich ein Reiseführer in die Hand zu nehmen oder noch besser – es live zu erleben, um Genaueres aus der ersten Hand zu erfahren.
In Berlin wird immer gebaut, weiter gebaut, ausgebaut, umgebaut, etc. Berlin ist immer eine Baustelle und das schon an sich ist sehenswert. Es werden Führungen durch bestimmte Baustellen angeboten. Baustellen als Störfaktor gehören hier einfach zum Alltag.
Die Stadt im Fluss und am Fluss und vom Fluss, an unzähligen Kanälen und Seen erinnert schon an so manche woanders. Sie ist angenehm zu jeder Jahreszeit. Hier gibt es weitläufige Parkanlagen und Grünflächen, wo man sich zu warmer Jahreszeit in der Natur gut aufhalten kann, entspannen, Sport treiben, Events genießen oder auch Menschen treffen. Für Menschen wie mich ist das die Rettung aus dem Großstadtdschungel im Alltag. Eine Steigerung ist noch möglich: Echte Urlaubsgefühle kann man z.B. im Strandkorb am Sandstrand am Großen Wannsee kriegen, dazu mit Charme der 20-er… „Pack die Badehose ein…“ – jeder kennt hier diesen kultigen Berliner Schlager. Auch das Berliner Umland erzählt heute noch mit seinen zahlreichen Denkmälern diverser Art von Ausflügler*innen der boomenden Stadt vor hundert Jahren. Jedes Mal beeindrucken mich kleine Badeanstalten mit typischer Bäder-Architektur, in entsprechender Holztäfelung mit frischem Anstrich in Pastellfarben Mitten in sanfter Natur, ganz unerwartet irgendwo am Wasser entdeckt… Hut ab vor ihren Architekten, Hut ab vor kultivierten Badegästen! Hut ab vor stolzen und traditionsbewussten Berliner*innen! Allemal lohnt es sich, die beachtliche Sammlung von Zeichnungen von Heinrich Zille, diesem hervorragenden Illustratoren des Stadtlebens, zu durchstöbern und sich die unzähligen Charaktere der Menschen um die Jahrhundertwende anzusehen, die das Stadtbild prägten.
Das heutige Berlin war bis 1920 viel kleiner als heute. Die Stadtteile um die heute zentral liegenden Bezirke herum waren damals umliegende, eigenständige Dörfer. Ihre Namen zeugen bis heute davon: Reinickendorf, Hermsdorf, Heinersdorf, Biesdorf, Dahlem-Dorf, Mariendorf, Wilmersdorf, etc. Diese haben in der Bebauung ihren eigenen Charakter bis heute beibehalten: um den Anger herum stehen oft noch die Dorfkirche, der Dorfkrug und die Schule, in den gepflegten Grünanlagen hopsen manchmal auch noch Kaninchen… Das alles sorgt für eine entspannte Atmosphäre in der Großstadt. Das hat mich hier vor Jahren so verzaubert… Alles ist hier da!
Quer durch Berlin zu fahren heißt, die unterschiedlichen Gesichter der Stadt zu erleben. Und die ihrer Einwohner*innen. Damit wird es aber immer schwieriger, denn alles ist in Bewegung, die Grenzen werden immer fließender. Seit dem Mauerfall bis heute hat sich hier sehr viel verändert. Viele sind aus der Stadt weggezogen, ins Umland, ins Grüne. Auch die Mauerlinie wurde neu gestaltet. An manchen Stellen ist sie gar unsichtbar geworden, mit Grünflächen versehen, Radwegen, aber auch Wohnhäusern. Das Mauer-Museum an der Bernauer Straße erinnert an die für das Leben vieler Berliner*innen prägnanten Zeiten und rekonstruiert den Zustand vor 1989, Besucherzahlen sind enorm, auch unter jungen Leuten aus aller Welt. Ein Stück europäischer Geschichte steckt hier drin. Ihre Auswirkungen reichen bis heute. Diese versuchen wir auch unseren Kindern nahezubringen. Denn auch das Leben ihrer Vorfahren wurde von dieser Zeit gezeichnet.
Die Blogautorin ist in Polen geboren, Germanistin, Sprachdozentin, Übersetzerin sowie Initiatorin des SprachCafés Polnisch als Modellkonzeptes lokaler sozialer Initiativen: www.sprachcafe-polnisch.org. Nach Studienjahren in Leipzig zog sie 1990 nach Berlin. Seit 2000 lebt sie mit ihrer Familie zusammen im grünen Norden der Großstadt, in Pankow. Gerade hier entdeckte sie ihre Vorliebe zur Fotografie sowie zu anderen visuellen Formen neu. In ihrem kreativen Alltag wird sie auch vom dichterischen und erzählerischen Wort begleitet. Beide Sprachen betrachtet sie als Inspiration füreinander. „Begegnungen sind wichtig“ heißt das Motto der vielen gelebten Jahre in anregender Vielfalt der Kulturen, Sprachen und Generationen. https://agakoch.wordpress.com/ Dieser Blog ist eine Ankündigung einer umfangreicheren Publikation. Austausch hierzu, Ideen und neue Anregungen sind gern willkommen: a.koch@sprachcafe-polnisch.org.
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